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Bürgermeistergespräch in Oftersheim

Zu einem Arbeitsgespräch durfte der Bürgermeister letzte Woche den Landtagsabgeordneten  Manfred Kern (Grüne) im Rathaus willkommen heißen. Begleitet vom Fraktionsvorsitzenden der Grünen im Oftersheimer Gemeinderat, Patrick Schönenberg, wurden aktuelle Themen aus Oftersheim angesprochen.

Aus aktuellem Anlass wurde zuerst das Thema Karl-Friedrich-Schimper-Gemeinschaftsschule behandelt. Kern sah es als wichtigstes Ziel an, nach der aufgrund einer unterschiedlichen Auslegung der Satzung des Zweckverbandes erforderlich gewordenen Rücknahme des Beschlusses zur Verteilung der Baukosten in Oftersheim wieder einen gemeinsamen Weg aller Kommunen zu  finden, um die Kosten für die Baumaßnahmen gerecht und einvernehmlich aufzuteilen. Kern: "Gleich welcher Schlüssel - ob Einwohnerzahl, Schülerzahl oder eine andere Verteilung - letzlich angewandt wird, Hauptsache ist, es geschieht einvernehmlich."

Voraussetzung für eine gute Entscheidung sei in jedem Fall, so der Abgeordnete, der auch Mitglied des Bildungsausschusses des Landtags ist, dass alle Partner bei den Abstimmungen über sämtliche relevanten Informationen verfügen.

Weiter ging es mit der Theodor-Heuss-Werkrealschule. Bürgermeister Geiß erklärte die aktuellen Schülerzahlen und machte noch einmal deutlich, dass der Fortbestand der Werkrealschule so lange gesichert ist, bis die letzte Klasse ihren Abschluss gemacht hat. Für die Zeit danach gäbe es bereits Planungen, ein Konzept einer Ganztagesgrundschule auszuarbeiten.

Manfred Kern lobte den Ausbau der Bushaltestellen in der Heidelberger Straße im Bereich der Wiesenstraße. Damit sei - mit finanzieller Unterstützung seitens des Landes - ein wichtiger Beitrag zur Barrierefreiheit geleistet worden.

Um die Barrierefreiheit ging es auch bei der Frage der Grünen nach dem Planungsstand beim S-Bahn-Ausbau der Haltestelle Oftersheim. Hier stockt es offensichtlich derzeit beim Eisenbahnbundesamt. Hinsichtlich der konkreten Realisierung gab und gibt es dabei unterschiedliche Aufassungen. Während das Verkehrsministerium und die Bahn die behindertenfreundliche Lösung mit jeweils einem Aufzug auf beiden Seiten der Bahnlinie favorisieren, hat sich der Gemeinderat für die Rampenlösung entschieden, die seit Beginn der Maßnahme Grundlage zur Umsetzung waren. Der Bürgermeister informierte den Abgeordneten, dass bereits beim Bau der Lärmschutzwand entsprechende vorbereitende Arbeiten im Untergrund geleistet wurden. Kern versprach zu prüfen, inwieweit diese Differenzen die Ursache für das langsame Vorankommen in dieser wichtigen Angelegenheit sind.

Auch die Situation der Gewerbetreibenden im Gewerbepark Hardtwald interessierte den Abgeordneten. Geiß gab an, dass fast alle Grundstücke verkauft seien, wovon der Großteil bereits bebaut sei. Die deutlich gestiegenen Gewerbesteuereinnahmen machten dies deutlich. Auf die Frage nach der Situation der Flüchtlings-Notunterkunft im Gewerbepark lobte der Bürgermeister zuvorderst die engagierte Arbeit des Asylkreises und die gute Zusammenarbeit mit der IG Gewerbepark. Nach anfänglicher Skepsis und Befürchtungen hätten sich nach seiner Auffassung alle Beteiligten gut miteinander arrangiert und das Zusammenleben und -arbeiten funktioniere gut.

Ein weiteres Anliegen des Landtagsabgeordneten war der Ersatz von gefällten, abgestorbenen und entfernten Bäumen im Ort. Jeder Baum sei Lebensraum für Tiere, Schattenspender sowie ein unverzichtbarer Beitrag zu einem gesunden Klima. Bürgermeister Geiß sagte zu, hier handeln zu wollen, indem beispielsweise jedes Jahr eine gewisse Anzahl von Bäumen neu im Gemeindegebiet zu pflanzen wäre.  Zu Details wolle er sich nicht äußern, jedoch könne er sich vorstellen, für jede Geburt eines Kindes in Oftersheim einen Baum pflanzen zu lassen.

Auch der Stand des Bebauungsplans Golfplatz wurde intensiv diskutiert. Der Bürgermeister konnte aktuell berichten, dass eine weitere Hürde beim Landratsamt genommen wurde und dass demnächst weitere Schritte folgen werde. Dass bis zur Sommerpause dem Gemeinderat hierzu etwas vorliegen würde konnte er allerdings nicht versprechen.

Zum Ende des Gesprächs gab Geiß dem Landtagsabgeordneten noch die unbefriedigende Situation mit dem ehemaligen Rod-and-Gun-Club (ehemalige Schießanlage der amerikanischen Streitkräfte im Hardtwald) mit auf den Weg. Hier herrsche dringend Handlungsbedarf, da es nur eine Frage der Zeit sei, bis das mit Blei kontaminierte Erdreich das Grundwasser erreicht habe. Jede weitere zeitliche Verzögerung würde die Sanierung weiter erschweren und verteuern.

Nach dem Gespräch stellte der Bürgermeister dem Grünen-Abgeordneten noch das neu errichtete Dünenklassenzimmer am Dreieichenbuckel vor. Kern lobte die Einrichtung dieses innovativen Freiluft-Unterrichtsraums: "Hier können die Schülerinnen und Schüler unsere Dünenlandschaft mit ihrer vielseitigen Fauna und Flora unmittelbar erleben und ganz konkrete Praxiserfahrungen im Naturschutz sammeln."