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Besuch der Lebenshilfe Heidelberg in Hockenheim

Es wird geschweißt und gesägt, gelötet und gekocht - in der Hockenheimer Werkstatt der Lebenshilfe Heidelberg arbeiten insgesamt 135 Beschäftigte mit Behinderung. Am 21. Januar konnte sich Manfred Kern, auf Einladung der Werkstättenleitung, ein genaueres Bild über die Arbeit der Werkstätten für Menschen mit Behinderung machen.

Zu den Heidelberger Werkstätten gehören neben der Werkstatt in Hockenheim auch zwei Werkstätten in Sandhausen und eine Werkstatt in Heidelberg. Wolfgang Thon ist als geschäftsführender Leiter für alle vier Werkstätten verantwortlich. Gemeinsam mit Erich Riedling, dem Leiter der Hockenheimer Werkstatt und Stefan Bergmann, dem Leiter des Sozialdienstes, führt er Manfred Kern durch die verschiedenen Arbeitsbereiche in Hockenheim. Die Beschäftigten sind hier in den verschiedensten Arbeitsbereichen tätig. Dazu zählen neben Metallverarbeitung, Montage und Konfektionierung und Elektrotechnik auch die Küche: die Verpflegung der insgesamt 135 Beschäftigten mit Behinderung und der 40 Mitarbeiter*innen ohne Behinderung wird direkt vor Ort frisch zubereitet. Auch im Hausmeisterdienst sind die Beschäftigten aktiv. „Zusätzlich zu den Werkstätten gibt es außerdem noch den Förderungs- und Betreuungsbereich, der momentan von 68 Menschen in Anspruch genommen wird,“ erklärt Sozialdienstleiter Stefan Bergmann.

Ziel der Werkstätten ist die berufliche Bildung, Qualifikation und Rehabilitation von Menschen mit geistigen Behinderungen. Die Vermittlung der Beschäftigten in den ersten Arbeitsmarkt ist nicht immer einfach. Ein Integrationsassistent unterstützt bei der Suche nach Praktikumsplätzen, und betreut und berät sowohl die Beschäftigten als auch die die Firmen und Einrichtungen, in denen die Beschäftigten außerhalb der Werkstatt tätig sind. Dazu gehören zum Beispiel die Stadt Hockenheim, die GRN-Klinik Schwetzingen, ein Kindergarten in Ketsch und die IKEA-Filiale in Walldorf.

Verbesserungsbedarf sieht die Werkstättenleitung bei der Personalausstattung. „Der Personalschlüssel wurde seit den 90er-Jahren nicht angepasst, aber der Betreuungsbedarf der Beschäftigten ist stetig gestiegen“, so der geschäftsführende Leiter Wolfgang Thon. So brauchen die Heidelberger Werkstätten dringend einen weiteren Integrationsassistenten.

Manfred Kern ist dankbar für die Möglichkeit, sich aus erster Hand einen Bild von der Arbeit der Werkstatt machen zu können: „Ich habe heute viele neue Eindrücke gewinnen können und bin beeindruckt von vielfältigen Arbeit, die hier von Beschäftigten und Mitarbeiter*innen geleistet wird. Das Land muss Hand in Hand mit dem Bund und den Kommunen gehen, um eine ausreichende Austattung der Träger im Bereich der Behindertenhilfe sicherzustellen.“

Durch das Landesbehindertengleichstellungsgesetz, das seit Januar 2015 in Kraft ist, soll auf Landesebene sichergestellt werden, dass die Interessenvertretung von Menschen mit Behinderungen gestärkt wird. Dazu gehört u.a. die Einrichtung von unabhängigen Behindertenbeauftragten in allen 44 Stadt- und Landkreisen Baden-Württembergs, der Ausbau einklagbarer Rechte für Menschen mit Behinderung und die Verbesserung der Barrierefreiheit im Umgang mit Behörden.

Mit dem neuen Wohn-, Teilhabe- und Pflegegesetz sollen Menschen mit Behinderung selbst entscheiden können, wo und wie sie leben wollen.