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Nachhaltige Lösung für Kollerfähre gesucht

„Fährmann, hol über!“ So lautete früher der Ruf an denjenigen, der einen vom einen Ufer ans andere bringen sollte. Und es war selbstverständlich, dass man ihn dafür bezahlte. Irgendwie reichte es immer, mehr schlecht als recht, Zuschüsse gab es keine.

 

Heute ist das anders. Man baut große Camping- und Reitanlagen, auch gegen den Widerstand der Naturschützer vor Ort, auf dem Teil der Gemeinde, der auf der Insel liegt. Einer Insel, die nur mit der Fähre oder über einen aufwändigen Umweg per Straße erreicht werden kann. Einer Straße übrigens, die das ganze Jahr über befahren werden kann, im Gegensatz zur Fähre, die im Winter stillliegt und auch sonst nur eingeschränkte Fährzeiten hat.

 

Diejenigen, die sich jetzt überzeugt zeigen, dass eine Fähre, die nur das halbe Jahr überfährt, als Landesstraße anzusehen sei und deshalb das Land allein alle Lasten zu tragen habe, verkennen die Wirklichkeit. Die Frage nach dem Landesinteresse, welches Grundbedingung einer Finanzierung durch das Land ist, stellen sie nicht.

 

Diese Frage stellte aber vor einiger Zeit der Rechnungshof. Der Rechnungshof, den alle fürchten, weil er kompromisslos Kosten und Nutzen vergleicht und dabei bisweilen zu Urteilen gelangt, die dem einen oder der anderen nicht schmecken.

 

Und so kam er auch hier zu einer Antwort: Die Fähre dient in erster Linie als Gemeindeverbindung zwischen Brühl und der Kollerinsel mit dem dort gelegenen Pferdehof und darüber hinaus vor allem touristischen Interessen. Letzteres ist natürlich wertvoll, auch im Sinne der Landespolitik. Aber für eine dauerhafte alleinige Landesfinanzierung reicht es nicht. Da bin ich mit dem Rechnungshof eins.

 

Landrat und Bürgermeister hatten eine juristische Klärung der Möglichkeit der Anwendung des Landesstraßenbegriffs für Fähren angeregt. Diese ist im Hause der Finanzministerin erfolgt. Mit dem Ergebnis, dass zumindest nicht ganzjährig betriebene Fährverbindungen nicht den Charakter einer Landesstraße haben können, auch dann nicht, wenn die Straße diesseits und jenseits der Fähre als solche gewidmet ist.

 

Fazit: Es wäre in unser aller Interesse, die Fähre zu erhalten und die Fährzeiten auszuweiten. Ein Betrieb an mehr Wochentagen und bis in die Abendstunden würde voraussichtlich auch zu einer höheren Auslastung und damit zu steigenden Einnahmen führen. Es fehlt in meinen Augen jetzt eine Aussage von Gemeinde und Kreis, in welcher Form und Höhe sie sich eine zukünftige Beteiligung hieran vorstellen können.