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Kümmerer in Rhein-Neckar-Region vermitteln Praktikums- und Ausbildungsplätze für Flüchtlinge

Zur Integration von Flüchtlingen in Ausbildung fördert das Ministerium für Finanzen und Wirtschaft in der Rhein-Neckar-Region drei Stellen für sogenannte Kümmerer.

Die Landtagsabgeordneten Rosa Grünstein (SPD) und Manfred Kern (Grüne): „Wir wollen jungen Flüchtlingen rasch eine berufliche Perspektive geben und Betriebe bei der Ausbildung von Flüchtlingen unterstützen.“  
Mit rund 310.000 Euro fördert das Ministerium für Finanzen und Wirtschaft in den Jahren 2016 und 2017 insgesamt drei Stellen für sogenannte Kümmerer im Kreis. Die Kümmerer haben die Aufgabe, für eine Ausbildung geeignete junge Flüchtlinge zu identifizieren, zu betreuen und passgenau auf Praktikums- und Ausbildungsplätze zu vermitteln. Zudem unterstützen sie die Betriebe.  

„Mit Hilfe der Kümmerer bekommen junge Flüchtlinge eine berufliche Perspektive“, sagte die SPD-Abgeordnete Grünstein. „Das wird erheblich dazu beitragen, dass sie sich bei uns zu Hause fühlen. Denn kaum etwas hilft so sehr bei der Integration wie Ausbildung und Beschäftigung.“ Gleichzeitig würden die Kümmerer die Unternehmen unterstützen, die Flüchtlinge ausbilden. „Flüchtlinge sind künftige Fachkräfte.“ 

Von den drei Kümmerer-Stellen im Rhein-Neckar-region ist jeweils eine bei der Handwerkskammer Mannheim, bei der Industrie- und Handelskammer Rhein-Neckar und dem Internationalen Bund. 

Das Ministerium für Finanzen und Wirtschaft hatte das Programm „Integration durch Ausbildung - Perspektiven für Flüchtlinge“, in dessen Rahmen die Kümmerer gefördert werden, erstmals ausgeschrieben. Die Resonanz auf die Ausschreibung war groß.
„Das immense Interesse zeigt den Bedarf und die Bereitschaft der Kammern und Betriebe, sich für die Ausbildung von Flüchtlingen zu engagieren“, sagte der Abgeordnete Manfred Kern (Grüne). „Mit landesweit 37,5 Stellen für Kümmerer haben wir ein flächendeckendes Netz von Ansprechpartnern in Baden-Württemberg.“ 

Gefördert werden die Stellen mit insgesamt 3,6 Millionen Euro, das Geld fließt an 29 Träger in Baden-Württemberg. „Bei einem Betreuungsschlüssel von mindestens 1:20 können die Kümmerer rund 750 Flüchtlinge landesweit betreuen“, stellen die beiden Landtagsabgeordneten fest. „Unser Ziel ist es, dass von den 750 Flüchtlingen zum Ausbildungsjahr 2016/2017 rund 500 in eine Einstiegsqualifizierung oder eine Ausbildung vermittelt werden.“ 

Zielgruppe des Programms sind junge Flüchtlinge mit geringem Förderbedarf und guten Chancen auf eine Vermittlung in eine Ausbildung. Voraussetzung ist, dass sie das Sprachniveau und die sonstigen Voraussetzungen für eine betriebliche Ausbildung im Wesentlichen mitbringen. In der Regel sind die Flüchtlinge hoch motiviert; weil sie aber das Ausbildungssystem in Deutschland nicht kennen, benötigen sie Unterstützung.