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31.8.2012

Verunsicherung der Bevölkerung zu Strompreisen hat System

Röslers wahres Ziel: Die Energiewende zu Fall bringen

Die im Strompreis enthaltene EEG-Umlage, die den Ausbau der Erneuerbaren Energien finanziert, wird von Bundeswirtschaftsminister Rösler (FDP) seit langem gegeißelt. Nach dem Angriff auf die Solarbranche im Frühjahr attackiert Rösler nun das Erneuerbare-Energien-Gesetz sogar als Ganzes. „Das gefährdet den Ausbau der Erneuerbaren Energien in Baden-Württemberg – Rösler betreibt Klientelpolitik für die großen Energiekonzerne“, sagt Manfred Kern, grüner Landtagsabgeordneter des Wahlkreises Schwetzingen, und ergänzt: „Ohne die Einführung der EEG-Umlage unter der rot-grünen Bundesregierung wäre der Anteil der Erneuerbaren Energien am Strommix von damals 4 Prozent nie auf heute 25 Prozent deutschlandweit gestiegen. Da wundert es nicht, dass mit fossilem Strom inzwischen weniger zu verdienen ist als früher und die Kritiker der Energiewende sich massiv zur Wehr setzen. Für Horrormeldungen zu zukünftigen Strompreissteigerungen besteht aber schlicht kein Anlass.“

Manfred Kern verweist auf eine Studie der Landesregierung, der zufolge bis 2020 lediglich ein Anstieg des Strompreises für Haushaltskunden um 22 Prozent zu erwarten sei. „Wenn Sie mal schauen, wie viel teurer andere Produkte in den letzten acht Jahren geworden sind, werden Sie sehen, dass das völlig im Rahmen liegt“, so  Kern.

Dabei könnte der Strom für Haushaltskunden deutlich billiger sein: Obwohl in den vergangenen Jahren durch den Ausbau der Erneuerbaren Energien die Strombeschaffungskosten an der Strombörse Leipzig gefallen sind, wurden von Stromversorgerseite diese Kostenvorteile meist nicht an die Endkunden weitergegeben. Im Gegenteil: Die Endkundenpreise sind in der Breite wesentlich stärker gestiegen als die im Strompreis enthaltene EEG-Umlage. So sind seit Einführung des EEG die Strompreise für Endkunden um 14 Ct/kWh brutto gestiegen, die EEG-Umlage jedoch nur um 4 Cent brutto.

„Man kann sich deshalb schon fragen, wer da an wem verdient hat“, sagt der Abgeordnete. Dass selbst der gegenüber dem Jahr 2011 um 12 Prozent gefallene Strompreisindex für industrielle Abnehmer die Kritiker nicht verstummen lässt, zeige die Scheinheiligkeit der Argumente des Bundeswirtschaftsministers. Während immer mehr Industriebranchen von der EEG-Umlage und von den Netzentgelten befreit würden, würden Privathaushalte und kleine und mittelständische Betriebe zunehmend stärker zur Finanzierung  der Energiewende herangezogen – auch weil sie keinen Zugriff auf die sinkenden Beschaffungspreise an der Strombörse haben.

„Wer sparen will, sollte einen Wechsel des Stromanbieters prüfen“, so Manfred Kern. „Nur jeder vierte Haushalt hat bislang den Stromanbieter gewechselt. Das ist erstaunlich, denn hier kann man deutlich mehr sparen als die gut zehn Euro, mit der die Durchschnittsfamilie jeden Monat die Energiewende unterstützt.“ Ein Anbieterwechsel sei schnell gemacht, beispielsweise über eines der einschlägigen Internetportale.

Info:
Strompreisvergleich und Anbieterwechsel: http://www.verivox.de/power
Strombörse: http://www.eex.com/de

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