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31.1.2013

MdL Manfred Kern: Für Eppelheim wäre die Gemeinschaftsschule der richtige Weg

In einem Zeitungsartikel am Donnerstag, so der für Eppelheim zuständige MdL Manfred Kern von Bündnis 90/Die Grünen in einer Pressemitteilung, sei zu lesen gewesen, dass die Schulleitung des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums und das Stadtoberhaupt von Eppelheim nach neun Jahren die Nase voll hätten vom achtjährigen "Turbo"-Gymnasium. "Begleitet von ordentlich lautem Mediengetrommel wird vom Bürgermeister der öffentliche Ungehorsam gegen die Landesregierung ausgerufen. G9 sei das Richtige für Eppelheim, und in Stuttgart seien die Argumente der Eppelheimer nicht ausreichend gewürdigt worden. Mir stellt sich hier zunächst die Frage, wie es denn sein konnte, dass im Jahr 2004, als G8 eingeführt wurde, weder von Herrn Oberstudiendirektor Fellhauer noch von Herrn Mörlein etwas zu hören war. Es waren vielmehr die Grünen, die sich insbesondere gegen eine vorschnelle Einführung des achtjährigen Abiturs aussprachen und sowohl verschlankte Bildungspläne als auch eine entsprechende Vorbereitung der Lehrkräfte forderten."

Zweifel ergäben sich auch beim Umgang Mörleins mit möglichen Alternativen: Um möglichst allen gerecht zu werden, hätten die Regierungsfraktionen in Baden-Württemberg das neunjährige Gymnasium - neben dem achtjährigen Regelfall - als Schulversuch im Koalitionsvertrag festgehalten. Neben den landesweit 44 genehmigten G9-Zügen gebe es die Möglichkeit für die Schulträger, die Gemeinschaftsschule zu beantragen oder ein berufliches Gymnasium zu errichten. Beide führten ebenfalls in neun Jahren nach der Grundschule zum Abitur.

Kern weiter: "Falsch ist die in diesem Zusammenhang gewählte Bezeichnung 'Fachabitur'. Auf den beruflichen Gymnasien, jedenfalls auf der Carl-Theodor-Schule und der Erhard-Schott-Schule im nahe gelegenen Schwetzingen, wird nicht die fachgebundene, sondern die allgemeine Hochschulreife abgelegt. Der Abschluss ist absolut gleichwertig mit dem am allgemein bildenden Gymnasium." Auf diese Möglichkeit habe das Kultusministerium den Schulträger in seiner ausführlichen Begründung hingewiesen.

Zuletzt möchte der Abgeordnete darauf hinweisen, dass er bereits vor einem Jahr mit verschiedenen Akteuren vor Ort gesprochen und dabei angeregt habe, für das Schulzentrum mit Haupt- und Werkrealschule und Realschule, falls gewünscht auch unter Einbeziehung des Gymnasiums, einen Antrag auf Einrichtung einer Gemeinschaftsschule zu stellen. "Dort werden die jungen Menschen, ohne dass wie bisher eine Trennung bereits nach der vierten Klasse erfolgt, jeweils entsprechend ihren persönlichen Eignungen zum Abschluss, sei es Haupt-, Realschulabschluss oder Abitur, geführt." Mit diesem Vorschlag habe er jedoch seinerzeit bei den Beteiligten kein Gehör gefunden. "Dies sollte aber den Schulträger nicht davon abhalten, den Antrag jetzt noch zu stellen," so Kern abschließend, "die Voraussetzungen hierfür dürfte das Schulzentrum ohne größere Schwierigkeiten erfüllen."

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