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26.11.2013

“Ein kleines Stück mehr Freiheit”

Asylbewerber im Rhein-Neckar-Kreis erhalten künftig Geldleistungen statt Sachleistungen

Auf der gestrigen Sitzung des Verwaltungs- und Finanzausschusses des Rhein-Neckar-Kreises wurde beschlossen, dass Asylbewerber und -bewerberinnen mit Beginn des neuen Jahres nicht mehr wie bisher Sachleistungen - wie Essenspakete und Hygienepakete - erhalten sollen, sondern künftig für den Unterhalt Geldleistungen bekommen werden. "Es freut mich außerordentlich, dass der Kreis diesen Schritt nun endlich geht", so der Kreisrat und Grüne Landtagsabgeordnete Manfred Kern.

Das neue Flüchtlingsaufnahmegesetz, das ebenfalls Anfang des kommenden Jahres in Kraft treten soll, wird auch hierzu eine Regelung enthalten. "Es bedeutet eine wesentliche Verbesserung für die Flüchtlinge, die damit mehr Eigenständigkeit bei ihrer Alltagsplanung, ein kleines Stück mehr Freiheit und damit ein Stück Menschenwürde zurück erhalten", betont der Abgeordnete. Bisher hatten Asylbewerber wenig Möglichkeiten, selbstständig Konsumentscheidungen zu treffen. "Ich sehe das auch als einen Beitrag zur Integration, denn hierdurch können die Menschen sich freier in unserer Gesellschaft bewegen, und sie bekommen dadurch mehr Kontakt zu den Mitmenschen".

Das Flüchtlingsaufnahmegesetz sieht auch vor, dass stufenweise bis 2016 jedem Asylsuchenden 7 Quadratmeter Wohnraum anstelle der bisher gültigen 4,5 Quadratmeter zur Verfügung gestellt werden. "Das bringt die Landkreise in Zugzwang, aber es ist das Mindeste was man tun kann, um menschenwürdigere Bedingungen zu schaffen", so Kern, der auch Mitglied im Integrationsausschuss des Landtags ist. Bedauerlich sei allerdings, dass eine dezentrale Unterbringung - in Wohnungen statt in Gemeinschaftsunterkünften - nicht so einfach umzusetzen sei.

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