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18.4.2012

Mehr Gerechtigkeit durch längeres gemeinsames Lernen

Manfred Kern: Grün-Rot löst ein zentrales Versprechen in der Bildungspolitik ein

„Die vom Landtag beschlossene Einführung der Gemeinschaftsschule ist ein Meilenstein auf dem Weg zur Modernisierung unseres Schulsystems“, so der Schwetzinger Landtagsabgeordnete der Grünen, Manfred Kern, am Mittwoch. Das dadurch entstehende Potenzial für die Bildungslandschaft sei enorm. „Alte Lernmuster werden aufgebrochen, Gemeinschaftsschulen bieten eine völlig neue Form des Lernens“, ist Kern überzeugt. Gruppenarbeit, weniger Frontalunterricht, fächer- und altersübergreifende Projekte seien nur einige Beispiele dafür, dass nicht nur Kindern, sondern auch Lehrern bessere Möglichkeiten des Lernens und Lehrens ermöglicht werde.

„Die Gemeinschaftsschule ist ein Angebot, das auf große Akzeptanz stößt“, sagte Kern weiter. Das zeigten auch die hohen Anmeldezahlen, wie zum Beispiel in Oberhausen-Rheinhausen, wo eine der ersten Gemeinschaftsschulen im Land im Herbst an den Start geht. Längeres gemeinsames Lernen in einem offenen und gerechten Schulsystem, individuelle Förderung und keine soziale Benachteiligung durch das dreigliedrige Schulsystem sind die wichtigsten Ziele der neuen Schulform.

Manfred Kern betont ausdrücklich: „Die Gemeinschaftsschule wird niemandem verordnet. Sie entsteht nur da, wo Kommunen, Lehrer und Eltern dies wollen.“ In Baden-Württemberg werde nun endlich eingeführt, was andernorts in Europa und darüber hinaus schon lange selbstverständlich sei. Mit Ausnahme von Bayern habe sich bundesweit die Gemeinschaftsschule oder zumindest die Gesamtschule als Teil des Bildungssystems etabliert.

Im Bereich Integration, bei den individuellen Fördermöglichkeiten sowie der Betreuungssituation nehme Baden-Württemberg im Bundesvergleich einen der hintersten Plätze ein.  Das werde sich nun ändern. Manfred Kern: „Eine Schule, die sich den Kindern anpasst, anstatt sie zu selektieren, verbessert die Bildungschancen aller Jungen und Mädchen.